Schockschwerenot!

Die Deutsche Post ist ein Fall für Stephen King – denn, so die Chartisten des Handelsblatts: die gelbe Aktie schockt die Börsianer!

Aber sehen Sie selbst:

post_schock

Da ist doch tatsächlich der Kurs vom 11. auf den 12. März um mehr als einen satten Euro in den Keller gerutscht. Sämtliche Kleinsparer haben vermutlich sofort ihre per stop loss gesicherten Bestände billigst auf den Markt geworfen, um dem Tsunami am Frankfurter Börsenparkett zu entkommen.

Oder. Etwa. Nicht?

Vielleicht hilft der Blick auf einen etwas längeren Zeitraum. (Man munkelt ja, der Privatinvestor halte im Schnitt runde fünf Jahre die Füße still, ein Großteil der einmal ausgegeben Aktien würden gar nie wieder gehandelt…)

post_5jahre

Zugegeben – das sieht auch dramatisch aus. Aber irgendwie ist die Message eine ganz andere. Vor fünf Jahren stand die Aktie bei EUR 13, seitdem wurden EUR 2,85 Dividende ausgeschüttet, was in Summe eine Vorsteuerrendite von 45% beschert. Schock!

Ein kleiner Hinweis sei noch gestattet: Das oben beschriebene schockierende Ereignis von letzter Woche (in der Spitze: knapp minus 6%) ist dieses winzigkleine Zipfelchen ganz rechts oben im Chart.  Natürlich tut sowas einem schwerstgehebelten Derivatehändler verdammt weh, bedeutet es doch in aller Regel dramatische Verluste und drohende Nachschussverpflichtungen. Aber der „klassische“, einigermaßen mittel- bis langfristig orientierte Anleger wird wohl kaum einen Schock erlitten haben. Vermutlich zählen die anonymen Autoren ihn aber auch nicht zu den „Börsianern“.

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Ein Kommentar zu „Schockschwerenot!

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