Die Sendung mit dem Maas. Heute: Die Mietpreisbremse

Landesdelegiertenkonferenz der SPD SaarDas da links ist der Heiko. Der Heiko hat vor gaaanz langer Zeit mal in Saarbrücken Jura studiert, und sich dort eine Sache ganz besonders gut gemerkt: Mit einem Gesetz kann man bestimmen, was die Leute machen. Weil….sonst!!!

Inzwischen ist der Heiko Justizminister und hatte eine Idee. Total doof findet der Heiko nämlich, dass es sich viele Leute nicht leisten können, in schönen, großen Städten in schönen, großen Wohnungen zu wohnen. Deshalb hat er jetzt ein Gesetz gebastelt, mit dem er es Vermietern verbietet, bei Mieterwechsel mehr als 10 Prozent auf die Miete draufzuschlagen.

Das klingt ja schon mal gut: Wer eine Wohnung mietet, die bisher 1.000 Euro kostete, dem darf der Vermieter nur 100 Euro mehr im Monat abknöpfen. Auch wenn im konkreten Fall z.B. 1.500 Euro „drin“ wären, weil es genügend Zahlungswillige gibt.

Nicht ganz so gut ist aber, dass ja gar nicht klar ist, wer der neue Mieter sein wird. Nur mal angenommen, die Familien Spärlich und Zaster stellen sich dem Vermieter einer gerade frei gewordenen Wohnung vor. Familie Spärlich könnte sich die 1.100 Euro gerade so leisten, für Familie Zaster wären auch 400 Euro mehr im Monat kein Problem. Wie bekommt jetzt die Familie Spärlich, der doch Heikos Mietpreisbremse helfen soll, die schöne, große Wohnung zum kleinen Preis? Antwort: Gar nicht.

Frau Zaster hat ihrem Gatten nämlich blitzschnell vorgerechnet, dass man ja rein rechnerisch dank Heikos Mietpreisbremse im Monat 400 Euro, im ganzen Jahr fast 5.000 Euro spart. Daraufhin bietet Herr Zaster dem Vermieter an, die uralte, eigentlich wertlose Einbauküche für 10.000 Euro in bar abzulösen. Selbst wenn sie nur zwei Jahre in der Wohnung bleiben, hat sich für die Zasters der Deal gelohnt: Sie haben ungefähr das gezahlt, was sie ohnehin bereit waren zu zahlen, und wohnen in der schönen, großen Wohnung. Danke, Heiko!

Leer geht leider die Familie Spärlich aus, die nicht mal eben 10.000 Euro auf den Tisch legen kann. Was aber auch der Heiko nicht ändern kann. Doof, dass die Menschen so kreativ mit Gesetzen umgehen. Dass sie alles so lange drehen und wenden, alle Zahlen, Daten, Fakten in einen hochgradig individuellen Kontext setzen. Und sich dann für eine Strategie entscheiden.heikomaas

Das hatte der Heiko nicht an der Universität gelernt. Damals, in Saarbrücken.

(Quelle der Fotos: cicero.de und sueddeutsche.de)

Bleibt alles anders.

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(Quelle: WELT)

Die Finanzkrisen von 2000 und 2008 hatten Ihren Ursprung in den USA, weshalb auch die WELT nervös dorthin schaut. Die Beobachtung der amerikanischen Konsumenten und ihrer Finanziers gipfelt in der Feststellung

„Amerika wiederholt fatale Fehler der Finanzkrise“

Schön, dass auch im Journalismus Forschungsergebnisse einfließen, wonach alles irgendwie schon mal da war und auch immer wieder kommt. Was im hektischen Tagesgeschäft offenbar unter den Tisch fiel, ist die ganz banale Frage: Stimmt das überhaupt?

Die Daten sind sicher korrekt: Knapp 21% der Autokredite fallen in die Kategorie „subprime„, die Schuldner werden als „zweitklassig“ eingestuft. Was sich hier aber deutlich zeigt, ist die Bedeutung des Kontexts. Eine Kennzahl („Anteil problematischer Kredite“) wird von einem Bewertungsobjekt („Immobilie“) auf ein vollkommen anderes („Automobil“) übertragen. Es werden also nicht Fehler „wiederholt“, weil es – wenn überhaupt – andere Fehler sind.

Ich möchte keine akademische Diskussion darüber führen, wie „liquide“ genau der Markt für Gebrauchtwagen ist – eins aber dürfte klar sein: Autos lassen sich deutlich leichter als Immobilien zu Geld machen. Selbst wenn auf dem Markt infolge drastischer Maßnahmen die Preise zusammenbrechen, kann man immer noch einen Container beladen und in ferne Länder mit besseren Preisen verschiffen. Versuchen Sie das mal mit Ihrem Häuschen in Detroit!

Der Kreditgeber für einen Autokauf trägt ein viel geringeres Risiko, wenigstens einen Teil seines ursprünglich verliehenen Kapitals wieder zu gewinnen, wenn der Kreditnehmer nicht mehr zahlen kann.

Insofern doch: Diesmal ist alles anders. In diesem speziellen Fall.